von hhtorti am 08 Feb. 2010 22:22:01
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Hallo Mühlenfreunde,
Hier habe ich ein Artikel vom 02.06.2009 aus die "Märkische Allgemeine":
Vier Ruppiner Mühlen öffneten am bundesweiten Aktionstag / Ehemalige Mitarbeiter führten durch Wustrauer Anlage
WUSTRAU - Nur den Staub müsste man von den Rädern pusten und die Gerätschaft besorgen, die über die Jahre abhanden kam – dann wäre die Wustrauer Wassermühle wieder betriebsbereit. Seit dem 1. Juli 1991 schweigt sie. Der Wustrauer Siegfried Minke gehörte zu denen, die am Vorabend das Licht ausknipsten. Mit seinen früheren Kollegen Hans Schwenger und Frank Schwarzkopf führte er nun beim gestrigen Mühlentag Besucher durch die Anlage am östlichen Ortseingang des Zietendorfs.
Darum stimmt das mit dem Schweigen auch nur fast: Der bundesweite Mühlentag bringt vergessene und vor dem Verfall bewahrte Kraftwerke wieder zum Sprechen. Und noch was: Seitdem der Zimmermeister Bernd Evers 1998 die Wustrauer Wassermühle gekauft hat, bringt auch das 30-Tonnen-Rad den Rhin wieder in Wallung. Von dort aus werden die Luchfelder in Richtung Fehrbellin mit Wasser versorgt.
Auf eine Leistung von bis zu 30 Kilowattstunden könnte das kleine Kraftwerk kommen. Dass es überhaupt läuft, darum kümmert sich nach wie vor Siegfried Minke – zwar nicht mehr als Angestellter der Mühle, aber als Mühlenexperte aus Leib und Seele. 1978 fing er in der Wustrauer Mühle als Müller an, 24 Mitarbeiter waren sie im Schnitt. Acht Stunden dauerte eine Schicht. Innerhalb derer war jeder für alles zuständig – von der Überwachung der Maschinen bis hin zur Reinigung. „Eine Arbeit, bei der man alle Sinne offen halten musste“, sagt Siegfried Minke. Tat es jemand nicht, konnte es zu verheerenden Bränden kommen. Wie 1918, als die Wustrauer Mühle bis auf die Grundmauern niederbrannte. 1919 baute man sie wieder auf, die Mehlproduktion kam erneut ins Rollen.
Zu DDR-Zeiten wurde der Betrieb dann verstaatlicht. 1972 war das. Rund die Hälfte des Mehls lieferten die Wustrauer Müller zu jener Zeit an die Ruppiner Großbäckerei. Als diese nach der Wende von einem Berliner Betrieb aufgekauft wurde, war das Aus für die Mühle des Zietendorfs besiegelt. 1994 kam ein Großteil der Maschinen in unbekannte polnische Hände.
Dass Besucher den Weg vom Korn zum Mehl über Walzen-, Rohr- und Sichterboden heute dennoch nachvollziehen können, ist dem Förderverein der Mühle zu verdanken. Seit 1999 gibt es die Initiative um Hausherr Bernd Evers. Die umgesetzte Mühlentechnik aus der Motormühle Lindenberg bei Berlin will er zusammen mit seinen Mitstreitern nun nach und nach zu einer Schaumühle auf- und umbauen.
Reizend ist sie auch jetzt schon: Die Mischung aus denkmalgeschütztem Gebäude und handwerklichem Innenleben, das die Müller scheinbar eben verlassen haben. Was die Mühlentagbesucher aber immer wieder am meisten erstaunt: Dass es in den Betriebstagen der Mühle keinen Mäusebesuch gab. „Es war denen einfach zu laut“, erzählt Siegfried Minke schmunzelnd. „Alles hat sich gedreht, alles war hier in Bewegung.“ (Von Juliane Felsch)
Link: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11522088/61299/Vier-Ruppiner-Muehlen-oeffneten-am-bundesweiten-Aktionstag-Ehemalige.html
Glück Zu Toralf
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