Willkommen im Mühlenforum

Hier im Mühlenforum geht es rund um den Betrieb und den Erhalt von Mühlen,
insbesondere der historischen Wind- und Wassermühlen.

Es gelten die Regeln der Nettiquette sowie die Nutzungsbedingungen
die jeder Benutzer beim Klick auf den Knopf zum Absenden eines Beitrages anerkennt.

Disclamer

Das Mühlenforum ist zweistufig aufgebaut, ein offenes Forum für alle Teilnehmer und ein geschlossenes Forum für registrierte Teilnehmer.

Für Fragen steht das ModerationsTeam zur Verfügung,
für schnelle Hilfe zur Nutzung des Forums gibt es ein Foren-FAQ

Die Gäste werden gebeten, kein Alias zu benutzen, sondern den vollen Namen und eine gütlige e-Mail Adresse anzugeben!

Für eine Mitgliedschaft stellen Sie sich bitte kurz im offenen Forum vor und tragen Sie in Ihrem Profil zumindest Ihren Vor- und Zunamen ein.

Dieses Forum ist ein Zusammenschluss aus den Foren der Seiten
der
www.Deutsche-Muehlen.de
und Aeggy´s Mühlenkunde


Aktuelle Links
Literaturliste, 5.Auflage, März 2003 -
gebrauchte Wasserräder bei www.gebrauchtturbine.de
Jan van der Molen: Mühlendatenbank
Who is who im Forum - Stand Januar 2009
Internetbeauftragten der DGM (Stand: Mai 2009)
Liste der Mühlenbauer, Stand Herbst 2003
Der Mühlstein, Verlag Schäfer
Liste der Handwerksbetriebe um Umfeld der Müllerei, Stand März 2005
Mühlenkalender, Termine und Veranstaltungen
Nachruf für den Mühlenfreund und Mit-Moderator dieses Forums


Wir wünschen Euch viel Spaß, Erfolg und alles Gute in den Foren und freuen uns auf rege Beteiligung.

Glück zu!

| Forum | Suchen | Mitglieder | Home  
» Willkommen Gast [ login | registrieren


Bad Düben zeigt mit fünf historischen Mühlen altes Handwerk


Forum
- Offenes Forum



  Antwort schreiben | Beitrag empfehlen | Zurück zum Forum
von hhtorti am 07 Feb. 2010 09:52:42

Hier ein Artikel vom 25.05.09 aus der "AD HOC News":

Zum Deutschen Mühlentag werden Pfingstmontag Tausende erwartet --Von ddp-Korrespondent Matthias Hasberg


Bad Düben (ddp-lsc) Noch zwei Umdrehungen, dann ist das Wasser gestoppt Katharina Scharr kniet auf dem kleinen, vermoosten Beton-Steg und dreht mit der alten Eisenkurbel das kleine Wehr nach unten Ein letzter Ruck, und das Wasser steht.

Bad Düben (ddp-lsc). Noch zwei Umdrehungen, dann ist das Wasser gestoppt. Katharina Scharr kniet auf dem kleinen, vermoosten Beton-Steg und dreht mit der alten Eisenkurbel das kleine Wehr nach unten. Ein letzter Ruck, und das Wasser steht. Das Mühlrad dreht sich nicht mehr, kein Rauschen, nichts stört mehr die Teich-Idylle am Rande von Bad Düben. Die Obermühle steht inmitten eines alten Gartens, zwei mehr oder weniger verfallene Häuser, in der Mitte hängt das hölzerne Mühlrad in den Schleifgraben, der über das Wehr mit dem Teich verbunden ist.

Im Innern der Mühle ist es finster und kühl, alte Tische und Stühle warten auf die Gäste, die zum Deutschen Mühlentag an Pfingstmontag zu Tausenden erwartet werden, an den Wänden zahlreiche historische Haushaltswaren. Hinten links rauscht und klappert es - dort steht das Mahlwerk der Wassermühle. Fließt das Wasser, dann klappert‘s in der Mühle. «Daher kommt auch das Lied», sagt Scharr und zeigt den «Rüttelschuh», der unter dem Korntrichter angebracht ist, ein kleines Dreieck aus Holz, das an der Achse des Mühlsteins befestigt ist und bei jeder Drehung klappert, so lange, wie Getreide im Trichter ist. «Wenn es nicht mehr klappert, wusste der Müller, dass er Korn nachfüllen musste», erzählt die 42-jährige Chefin des Vereins Museumsdorf Dübener Heide. Mit dem klappernden Mühlrad hat das Lied also nicht zu tun.

Die Obermühle aus dem 16. Jahrhundert ist eine von zwölf Mühlen, die es in Bad Düben nordöstlich von Leipzig noch vor hundert Jahren gab. Heute sind es immerhin noch fünf in der 10 000 Einwohner zählenden Kurstadt. In der Region Nordsachsen verdeutlichten noch rund 20 Wind- und Wassermühlen die Bedeutung die Bedeutung, die das Müllerhandwerk noch bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts gehabt habe, erklärt Andrea Heyn vom Verein Mühlenregion Nordsachsen. Nach Kirche und Kneipe sei die Mühle der dritte wichtige Ort jeder Stadt gewesen, dort trafen sich die Menschen. «Und weil sie ja das Mehl produzierte, war sie für das Leben und Überleben unentbehrlich.»

Die Stadtmühle von Bad Düben ist noch heute in Betrieb. Der 72-jährige Peter Schüßler lässt sie drei Stunden am Tag laufen, um seine acht Bäcker aus der Umgebung mit Roggenmehl zu versorgen. Ein Mühlrad sieht man hier nicht, die Mühle wird von einer Turbine im Schwarzbach angetrieben. «Baujahr 1947», erklärt Müllermeister Schüßler. Top in Schuss, bis zu 22 Kilowatt Leistung schaffe sie. Über breite Transmissionsriemen wird die Wasserkraft von der Turbine im Untergeschoss über die vier Etagen der Mühle verteilt, ganz oben unterm Dach werden noch die alten Siebe angetrieben. Ein bisschen mehr als Hobby sei die Mühle für ihn, sagt Schüßler. Der ein oder andere Euro lasse sich damit noch verdienen, vor allem müsse er nicht investieren, die alte Technik laufe ja. Schon in der DDR hatte er seine Mühle eigenständig betrieben. «Ich habe immer nur mich selbst ausgebeutet», sagt er und schmunzelt. Und damit hätten die SED-Genossen kein Problem gehabt und ihn gewähren lasen.

Neben den Mühlen am Wasser steht in Bad Düben auch eine Mühle auf dem Wasser. Zumindest ist sie dafür konstruiert. Die sogenannte Bergschiffmühle schwamm einst auf der Mulde und mahlte direkt auf dem Wasser, um die Strömung besser ausnutzen zu können. Heute existiert noch ein Nachbau mit einer drei Tonnen schweren und fünf Meter langen Eichen-Welle. Allerdings liegt die Mühle trocken, der Betrieb auf dem Fluss wäre zu aufwendig, erklärt Margarete Rau vom Heimatverein Bad Düben.

Ein Trockenbetrieb ist für Katharina Scharr in ihrer Obermühle undenkbar. Man wolle den Menschen ja zeigen, wie diese riesigen Maschinen funktionieren. Auch wenn das teuer und aufwendig sei. 800 000 Euro koste die Minimal-Variante einer Mühlen-Sanierung, sagt sie und zeigt auf den noch immer stark baufälligen linken Teil der Mühle. Aber unmöglich sei nichts, schließlich habe man schon einmal eine Komplettsanierung gestemmt. Ein paar hundert Meter weiter steht die Bockwindmühle, 160 Jahre alt. Ursprünglich drehten sich ihre Flügel nördlich von Leipzig, wegen des Flughafenausbaus musste sie weichen. «Seit 2006 steht sie bei uns», sagt Scharr. 250 000 Euro habe die Rekonstruktion gekostet. «Und sie ist voll funktionsfähig.»

(Weitere Informationen über die Mühlen in Bad Düben und Umgebung unter: muehlen-nordsachsen.de)


Link:http://www.ad-hoc-news.de/feature-bad-dueben-zeigt-mit-fuenf-historischen-muehlen--/de/Politik/20243104


Glück Zu
Toralf


Anzeige ausblenden? Jetzt kostenlos registrieren!
Bei ForumRomanum, im Forum suchen nach Düben zeigt historischen Mühle ...

Antworten


*die Administratoren der Mühlenforums übernehmen keine Verantwortung für verlinkte Inhalte! Sämtliche Einträge in den Foren geben nur die persönliche Meinung des Users wieder, der einen Beitrag im Forum schreibt. Die Administratoren behalten sich vor, ggf. rechtswidrige oder unpassende Einträge ohne Vorwarnung aus dem Forum zu löschen.

Informationen zum Datenschutz | ForumRomanum kostenlos: Gruppe, Forum, Blog