von hhtorti am 05 Feb. 2010 19:50:10
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Hallo Mühlenfreunde,
Hier ein Artikel vom 04.02.2010 aus der "Augsburger Allgemeine":
Von Franz Häußler
Augsburg Wie kommt die Singold an den Augustusbrunnen? War ihre Bedeutung für die Reichsstadt einst so groß, dass sie als allegorische Figur am Brunnen vor dem Rathaus Platz nehmen durfte? Das war so! Die „Sinkel“, „Senkel“ oder „Sinkolt“, so heißt sie in Schriftstücken aus dem 16. und 17. Jahrhundert, lieferte anno 1588 im Stadtgebiet insgesamt 38 Wasserrädern von Papier- und Mahlmühlen, Sägen und anderen Gewerben die Antriebsenergie.
Das heute 46,56 Kilometer lange Flüsschen, das inmitten von Waal entspringt, mündet jetzt in Göggingen in den Wertachkanal. Das war nicht immer so: Sie umfloss bis 1588 die Stadt knapp am Wertachbrucker Tor vorbei. Ihr Bett entspricht in etwa dem Senkelbach, der nichts anderes ist als die einstige „Senkel“ oder „Singold“.
Göggingen war damals Ausland
Das Flüsschen war ab Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Rosenau um das Hochplateau von Augsburg herumgeleitet worden und mündete teils in den Lech, teils in die Wertach. Ein Wertach-Hochwasser im Herbst 1588 überflutete Pfersee und hatte für Augsburg ein kostenträchtiges Nachspiel: Nach dieser Flut suchte sich die „Sinkel“ ein neues Bett und floss bereits in Göggingen in die Wertach. Das Dorf Göggingen war damals für die Reichsstadt „Ausland“, denn es gehörte dem Hochstift. Hier hatte der Bischof das Sagen, und der ließ eine erneute Umleitung durch reichsstädtisches Gebiet nicht mehr zu. Die Augsburger sahen sich aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, anno 1589 für 40 000 Gulden unterhalb der Pferseer Brücke ein Wertach-Wehr zu bauen und von dort das Wasser in das alte Singold-Bett zu leiten: Der Senkelbach entstand, und die lange trocken liegenden 38 Wasserräder drehten sich wieder.
Um die Grundstücke zu schützen
1852 beginnt die groß angelegte Kanalisierung der Wertach, „um die im Wertachtale liegenden Grundstücke zu schützen und Überschwemmungen hintanzustellen“. Die „Korrektion“ ging mit einer Eintiefung der Flusssohle um rund sechs Meter einher. Deswegen musste auch die Holzbachschleuse erneuert werden, die das Wasser für den Senkelbach ableitete.
Vierfach mehr Wasser als heute
Bis 1884 versorgte die Singold, die damals die vierfache Wassermenge gegenüber heute führte, die Gögginger Nähfadenfabrik mit Energie. Diese genügte nicht mehr, sodass dort ein Wehrbau in der Wertach zur Ableitung eines etwa zwei Kilometer langen Kanals errichtet wurde, um den erhöhten Energiebedarf zu decken.
Diesen Kanal verlängerte man zwischen 1919 und 1921 bis zu jener Stelle, die bis Februar 2005 die „Goggelesbrücke“ markierte. Der Kanal füllte nun auch den Holzbach, der bald den Namen wechselt und zum Senkelbach wird. Das ist noch heute so. Zurück zur Singold: Dass sie der Römerstadt Augusta Vindelicum über einen auf der Hochebene verlaufenden Kanal reichlichst sauberes Brauchwasser für Bäder und Haushalte lieferte, ist erst seit einigen Jahren wissenschaftlich untermauert.
Etwa 35 Kilometer von der antiken Stadt entfernt wurde bei Kitzighofen die Singold angezapft. Sie führte damals entschieden mehr Wasser als heute. So konnten pro Tag etwa eine Million Liter abgezweigt werden. Trotzdem lieferte sie noch zahlreichen Wasserrädern von Mühlen ausreichend Antriebsenergie.
In unseren Tagen reicht die Wasserkraft der Singold immer noch zur Stromerzeugung aus. Im Stadtgebiet von Augsburg, zu dem seit der Eingemeindung 1972 nicht nur Göggingen, sondern auch Inningen gehört, treibt Singoldwasser in vier Werken Stromgeneratoren. Von zwei Mühlen in Inningen blieben die Wasserkraftwerke aktiv. Sie nutzen die Durchschnitts-Wassermenge von etwa 2000 Litern pro Sekunde ebenso zur Stromerzeugung wie in Göggingen das „Hessing-Werk“ und die Singold-Kraftanlage der einstigen Zwirnerei und Nähfadenfabrik.
Die 1892 von Friedrich Hessing zur Energieversorgung seiner Werkstätten in der Singold installierte Turbine lag viele Jahre still und das kleine Kraftwerk über dem Flüsschen wurde zur Ruine. 2002 erfolgte die Wiederbelebung.
Eine noch funktionsfähige Francis-Schachtturbine war beim Abbruch des Kleinkraftwerks der Elbeo-Werke am Hettenbach frei geworden. Sie treibt nun mit Singoldwasser den Generator im erneuerten Hessing-E-Werk.
Am Ende des Werksgeländes
Wenige Hundert Meter flussabwärts wurde 2007 ein technikgeschichtliches Denkmal wiederbelebt: die Ur-Kraftzentrale der Garnzwirnerei Schiffmacher, die 1863 der Wasserkraft der Singold wegen von Augsburg hierher übersiedelte.
Aus ihr ging die Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen hervor (heute ein Werk der Amann Group). Am Ende des Werksgeländes endet der Lauf der Singold: Sie fließt in den
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Glück Zu Toralf
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