von hhtorti am 04 Feb. 2010 21:03:07
|
Hier ein Artikel vom 26.05.2009 aus die "Märkische Allgemeine":
MÜHLENBECK - Mühlenfans treffen an der Mönchmühle in Mühlenbeck auf die älteste Wassermühle des Landes Brandenburg. Sie war 1224 durch Zisterziensermönche des Klosters Lehnin gegründet und zehn Jahre später in Betrieb genommen worden. Als Erstes wurde am Mühlenstandort ein Staudamm errichtet, der das heutige Tegeler Fließ zu einer Teichanlage aufstaute und so die Voraussetzung für einen kontinuierlichen Wasservorrat zum Betreiben eines Mühlrades schaffte. Die Dammkrone war ein Weg durch das Mühlengehöft zu den benachbarten Ortschaften, der heute als Straße ausgebaut ist.
Dieses und vieles Interessantes mehr können die Besucher zum Mühlentag von 11 bis 19 Uhr an der Mönchmühle erfahren, bei Führungen und einem um 15 Uhr beginnenden Lichtbildervortrag zur „Geschichte der Wassertechnik von Mühlen, speziell der Mönchmühle“.
Mühlen als Bauzeugen der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung erfreuen sich in den letzten Jahren eines wachsenden Interesses. Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht auch die Mönchmühle, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben war. Um ihren Erhalt bemüht sich seit ein paar Jahren der Förderverein „Historische Mönchmühle“. Die Wasserkraftanlage der Mönchmühle soll neu entstehen. Das freut auch das Maskottchen des Vereins, ein kleiner Mönch mit brauner Kutte und einem Lächeln im Gesicht.
Bis in das Jahr 1924 hatten Wasserräder die Mühle angetrieben, die durch natürlichen Verschleiß im Laufe der Zeit immer wieder erneuert und verbessert werden mussten. Die Dammanlage lässt den Schluss zu, dass es sich stets um oberschlächtige Wasserräder gehandelt haben muss. Als einzige Darstellung des letzten Wasserrades existiert eine Aufmaßzeichnung vom Februar 1916, „Stauwerk der Mönchmühle“. Hier ist zu entnehmen, dass das letzte Wasserrad einen Durchmesser und eine Breite von zirka 3,20 Metern hatte.
1926 wurde die Wasserradanlage abgebrochen und eine Turbinenanlage installiert, die bis in die 40er-Jahre des vorigen Jahrhunderts als zentrale Antriebskraft für die maschinelle Ausrüstung der Mönchmühle diente. Später wurde ein Elektromotor eingebaut. Die Turbinenanlage wurde stillgelegt und verfiel. Mit ihr vor allem die Bausubstanz der Mühlenwand am Wassergraben.
Es ist Verdienst des Vereins, dass die Mühlenwand inzwischen saniert ist. Dafür musste jedoch die marode Turbinenanlage abgerissen werden. Dank der Hilfe von Sponsoren konnte die Turbine geborgen werden. Sie wird künftig als Ausstellungsstück auf dem Mühlenhof zu sehen sein.
Der Förderverein möchte zwei Dinge mit einer neuen Wasserradanlage verbinden: die Erzeugung von Strom und die Wiederbelebung eines technisches Denkmals als Teil des Konzepts „Schaumühle“. Da die Mühle am Kreuzungspunkt von Fahrrad- und Wanderwegen liegt, könnte sie zum Besuchermagneten werden. Vieles ist zu beachten vorm Bau der Anlage: Wassermenge, Pegelstände, Stauziele sowie die Differenz von Ober- und Unterwasser.
Trotz des großen Engagements des Vereins: Allein können seine Mitglieder dieses Vorhaben nicht stemmen. Sie sind auf Unterstützung und Sponsoring von Einrichtungen und Betrieben angewiesen, genauso wie auf viele private Spender. Sie können hier einen sichtbaren Beitrag zur Entwicklung der Region leisten. Die Kosten insgesamt – einschließlich der Eigenleistungen – werden auf 50 000 bis 60 000 Euro geschätzt. In einem Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren könnte sich die Anlage amortisiert haben und dann zum finanziellen Erhalt der Mönchmühle beitragen. Vom ideellen Nutzen ganz zu schweigen. (Von Reinhard Wittig und Helga Gerth)
Link: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11516930/61129/Die-Wasserkraftanlage-der-Moenchmuehle-soll-neu-entstehen-Foerderverein.html
Glück ZU Toralf
|
Anzeige ausblenden? Jetzt kostenlos registrieren! |
|
|
|
|
|